Stehen ist nicht die lösung

Sitzen ist eine Gefahr für die Gesundheit. In zahlreichen Studien wurde bereits herausgefunden, dass das herkömmliche Sitzen das Wohlbefinden des gesamten Körpers stört. Alle Erkenntnisse lassen schlussendlich auf den Fakt schließen, dass normales Sitzen die Makro- und Mikrozirkulation (Blut- und Lymphkreislauf) im ganzen Körper blockiert. Das Bewusstsein über die Verbindung zwischen einer aktiven Zirkulation und der Gesundheit liegt generell auf einem sehr niedrigen Level.

Da die optimale Art des Sitzens (auf einem geteilten Sattelstuhl mit lockerer Kleidung und in einer Arbeitsumgebung, die so gestaltet ist, dass physische Aktivität gefördert und auch gefordert wird) ebenfalls noch recht unbekannt ist, besteht die allgemeine Überzeugung, dass Stehen die Lösung für das Problem bei der Arbeit darstellt. Dies ist allerdings nicht der Fall.

Ausschließliches Stehen führt zu den folgenden Problemen:

  1. Dauerhafter Druck auf Knorpel in Knie- und Hüftgelenk kann zu Arthritis führen. Knorpel benötigen einen rhytmischen Wechsel von Druckbelastung und –entlastung, um Nährstoffe und Sauerstoff für eine Zellerneuerung absorbieren zu können. Dauerhaftes Stehen mit konstantem Druck auf den Knorpel verhindert dies. Arthritis ist dementsprechend in Stehberufen weit verbreitet.
  2. Menschen, die bei der Arbeit stehen, leiden oft an Krampfadern, Zellulite und Schwellungen in den Beinen. Die Muskelaktivität, die bei der Gewichtsverlagerung von einem auf den anderen Fuß entsteht, ist bei Weitem nicht ausreichend, um eine ausreichende Zirkulation in den Beinen zu generieren.
  3. Stehen verursacht häufig Rückenprobleme. Auch die Zirkulation im Rückenmechanismus und im Gewebe benötigt Bewegung, um richtig zu funktionieren und einen gesunden Rücken zu garantieren. Stehen bietet nicht genügend Bewegungsmöglichkeit, ein Stuhl mit Swingmechanismus hingegen schon, wenn er richtig eingesetzt wird. Rückenbeschwerden entstehen deutlich schneller bei Personen mit Skoliose (heutzutage weit verbreitet), schlechter Haltung der Wirbelsäule und des Beckens oder sonstiger Deformation oder Ungleichgewicht im Muskel-Skelett-System.
  4. Muskelverspannungen können verstärkt werden. Eine dauerhafte statische Haltung, in der der Körper im Stehen gehalten werden muss, führt tendenziell zu Spannungen im Bein-Hüft-Rücken-Bereich. Die Verspannungen blockieren die Zirkulation und natürlich verschlimmern sie sich mit der Zeit.
  5. Fußprobleme. Personen, die bei der Arbeit stehen müssen, leiden häufig unter Muskel-Skelett-Problemen in den Füßen. Oft wird eine Auswahl an speziellen Schuhen und Therapien als Heilmittel eingesetzt.
  6. Erhöhte Müdigkeit beim Stehen. Kräftige Personen und insbesondere die etwas Älteren empfinden Stehen als anstrengend und ermüdend. Dies resultiert aus den Muskelverspannungen und dem Mangel an erfrischender Bewegung im Körper. Eine mangelnde Durchblutung bewirkt dies ebenfalls.

Menschen, die in stehenden Berufen tätig sind, geben in der Regel an, dass sie nicht gerne stehen. Sie haben sich vielleicht bereits daran gewöhnt und tolerieren es, aber nichtsdestotrotz entstehen in ihren Körpern die oben genannten physiologischen Probleme, ohne dass sie sich zwangsläufig darüber bewusst sind.

Ein geringer prozentualer Anteil der Personen mit einem stehenden Beruf (die dünn sind und eine gute Muskelstruktur, Haltung und Körperbalance haben) kann es eventuell verkraften, ohne gesundheitliche Probleme den ganzen Tag über zu stehen. Das Sitzen auf einem geteilten Sattelstuhl mit Swingmechanismus stellt ohne Frage die beste Lösung für lanfristiges Sitzen am Arbeitsplatz dar.

Die Aussagen auf der Internetseite basieren auf folgenden Quellen:
Michael Adams, Nikolai Bogduk, Kim Burton, Patricia Dolan: The Biomechanics of Back Pain
David A. Rubenstein, Wei Yin, Mary D. Frame: Biofluid Mechanics, an Introduction to Fluid Mechanics, Macrocirculation, and Microcirculation
Marcus J. Seibel, Simon P. Robins, John P. Bilezikian: Dynamics of Bone and Cartilage Metabolism, Principles and Clinical Applications