Gesundheit der Gelenke

Etwa die Hälfte aller 50-Jährigen weisen Veränderungen in den Gelenken auf, welche auf Gelenkentzündungen (Arthritis) hindeuten. Als mögliche Ursachen dafür können Umwelteinflüsse, Ergonomie, Ernährung, Gewicht, Bewegung, Gene und Gelenkschäden der betroffenen Person genannt werden. Arthritis entwickelt sich also bei jedem anders. Das Sitzen an sich sowie die Sitzhaltung haben Auswirkungen auf drei größere Bereiche: Schulterbereich, Nacken, Rücken und Beine. Bei dem Entstehen von Arthritis spielen Muskel-Skelett-Erkrankungen (MSE) eine Rolle. Ein bereits durch einen Unfall geschädigtes Gelenk ist beispielsweise anfälliger für Arthritis als ein gänzlich unbelastetes Gelenk.

Schultern

Bei einer schlechten Sitzhaltung sind die Oberarme meist in einem 30-Grad Winkel vom Oberkörper nach vorne hin abgespreizt. Ein solch großer Winkel kann als schädlich für die Schultergelenke angesehen werden, insbesondere wenn dabei länger andauernde Arbeiten mit den Händen durchgeführt werden. Eine solche Haltung führt zu einem mangelnden Stoffwechsel im Schulterbereich. Die Gelenke leiden folglich eher unter Verschleiß und anderen Problemen. Diese Art von Gelenkschäden ist zum Beispiel bei Zahnärzten weit verbreitet.

Rücken und Nacken

Eine schlechte Haltung des unteren Rückenbereiches öffnet die Wirbel. Somit können die Wirbelbogengelenke nicht ihren Teil des Körpergewichts tragen (30 %) und es kommt zu einer einseitigen Belastung und vergrößertem Druck auf die Bandscheiben. Zudem dehnt ein runder Rücken das umliegende Gewebe, was zu Spannungen im Bandgewebe führt.

Diese Spannungen vermindern den Flüssigkeitsaustausch im Gewebe entscheidend. Die Folge ist Sauerstoff- und Nährstoffmangel in den Bändern, Bandscheiben und Knochen. Die Wirbelsäule, Bandscheiben und Bänder weisen kaum eigene Blutzirkulation auf, sodass deren Sauerstoff- und Nährstoffzufuhr entscheidend von dem aktiven Blutkreislauf des umliegenden Gewebes abhängt.

Die Halswirbel befinden sich beim traditionellen Sitzen in einer unnatürlichen Stellung zueinander, was im mittleren Alter Arthritis in den Halswirbeln hervorrufen kann. Die Muskeln sind schmerzhaft verspannt, jahrelang bevor die eigentlichen Gelenkprobleme auftauchen.

Tatsächlich handelt es sich bei falschem und erhöhtem Druck sowie bei Sauerstoff- und Nährstoffmangel um die beiden Hauptfaktoren, die eine Schädigung des unteren Rückens verursachen, auch kann darüber Osteoporose ausgelöst werden. Eine schlechte Sitzposition, bei der der Nacken und der obere Rücken eine falschen Haltung aufweisen, führt zu einem vermehrten Vorkommen von Arthritis im Bereich des oberen Rückens und der Halswirbel.

Beine

Beim herkömmlichen Sitzen bildet sich ein 90-Grad-Winkel zum einen in der Hüfte und zum anderen in den Knien. Solch ein enger Winkel ist auf Dauer für die Gelenke sehr unnatürlich und höchst schädlich, da die Beine eher etwas ausgestreckter und beweglicher sein sollten. Ebenso entstehen auch Verspannungen in zahlreichen Bändern sowie der Tiefenmuskulatur im Bereich des Beckens, der Oberschenkel und Knie, was über Kurz oder Lang zu unterschiedlichsten Störungen führen kann, die sich durch Schmerzen in den genannten Bereichen äußern können.

Durch den 90-Grad-Winkel, der zwischen der Hüfte und den durch den Stuhl gestützten Oberschenkelknochen entsteht, sowie durch das Körpergewicht bildet sich im Hüftgelenk ein Druckpunkt, der in der Regel als Ausgangspunkt für die weitere Degeneration anzusehen ist, z.B. Arthritis. Von dort aus verbreitet sich der Schaden über alle Gelenkknorpel aus.

Im Knie hingegen führt der 90-Grad-Winkel dazu, dass die Kniescheibe eng am Kniegelenk anliegt und die Sehnen im Schienbein stramm gespannt sind. Dadurch erhöht sich der unnatürliche statische Druck auf die Knorpel und beschleunigt so die Entstehung von Arthritis. Zusätzlich werden die Knie beim Aufstehen aus dem 90-Grad Winkel plötzlich und heftig belastet. Jeder, der schon einmal über einen längeren Zeitraum, zum Beispiel während eines langen Fluges oder einer weiten Autofahrt, gesessen hat, kann die Beschwerden und Schmerzen in den Gelenken der unteren Extremitäten nach dem erstmaligen Aufstehen nachvollziehen.

Der Druck, der beim 90/90 Grad-Sitzen durch den Stuhl verursacht wird, erhöht den Druck auf den Knorpel an der Oberseite des Hüftgelenks. Wir sitzen heutzutage normalerweise 10-16 Stunden am Tag auf unterschiedlichen Sitzmöbeln, sodass dieser Druck auf die Gelenke die ganze Zeit über vorhanden ist. Langzeitdruck auf den Knorpel verhindert einen normalen Stoffwechsel, was zu einer Degeneration des Gewebes bis hin zur Arthritis führen kann.

Vorbeugung

Der Entwicklung all dieser Gelenkprobleme kann über eine gute Sitzhaltung vorgebeugt werden. Der Rücken sollte dabei jederzeit eine natürliche Haltung annehmen und der Kopf gerade sein. Der Winkel in der Hüfte und in den Knien sollte mindestens 135 Grad betragen.

Diese Sitzhaltung kann am besten auf einem Sattelstuhl mit geteilter Sitzfläche erreicht werden. Ein solcher Stuhl ermöglicht eine aufrechte Haltung des Beckens, die der Position des Beckens in stehendem Zustand entspricht und das Körpergewicht wird von den Sitzbeinhöckern getragen. Der Genitalbereich ist während des Sitzens ausreichend belüftet und es wird kein schädlicher Druck auf die Genitalien ausgeübt, wodurch eine korrekte Beckenposition erzielt werden kann, vorausgesetzt, dass zu enge Hosen dies nicht verhindern.

Eine gelenkfreundliche Haltung bei der Arbeit erfordert einen elektrisch höhenverstellbaren Schreibtisch. Vorprogrammierbare Höheneinstellungen und gepolsterte Ellbogenstützen sowie ein Bildschirm in der richtigen Höhe (Oberkante auf Höhe der Augen) sind weitere Bedingungen. Desweiteren sollte das Arbeitsumfeld so eingerichtet sein, dass man sich ein wenig bewegen und strecken muss, um beispielsweise nach Mappen o.ä. zu greifen.

Weiterhin ist es ratsam, über den Tag verteilt des Öfteren vom Stuhl aufzustehen, um ein paar Treppen zu steigen oder zumindest ein paar Schritte zu gehen. Verwenden Sie eine Freisprechanlage während eines Telefonats. So können Sie sich währenddessen bewegen, strecken oder sogar bestimmte Übungen mit unterschiedlichem Zubehör durchführen, ohne dass dadurch der Anruf gestört wird. Spätestens nach einer Stunde sollte eine Bewegungspause eingeplant werden. Diese Bewegungen aktivieren den Stoffwechsel in den Gelenken, stärken die Muskeln und verringern die genannten Risiken sogar.

Es haben sich einige spezielle Nährstoffe als besonders förderlich für die Aufrechterhaltung der Gesundheit der Gelenke zum einen und sogar für die Heilung bereits vorhandener Probleme zum anderen herausgestellt. Diese sind Silizium (Si), Metylsulfonylmetan (MSM), Vitamin D, Magnesium (Mg), Omega-3-Fettsäuren, Calcium (Ca), Ingwer, Protease Enzyme, Serrapeptazische Enzyme, Chondroitinsulfat-Extrakt, Cissus Kraut und weitere Antioxidantien, da es sich bei den genannten Gelenkproblemen um entzündliche Krankheiten handelt. Weiterhin ist es empfehlenswert, Haiknorpel- und Grünschalmuschel- (Perna canalicula) Konzentrate zu verwenden.

Mistelzweige können bei der Heilung von degenerierten Gelenken helfen, genauso wie bestimmte Gewürze (Basilikum, Kapern, Kerbel, Bohnenkraut und Lorbeerblätter), die sich auf die Gelenkgesundheit auswirken.

Ebenso ist es wichtig, Übergewicht und das Tragen schwerer Lasten möglichst zu vermeiden. Auch Magnettherapie, elektrische Akupunktur oder spezielle pflanzenbasierte Diäten können einen Einfluss haben. Außerdem kann das Schlafen in einem Bett, das sich außerhalb der sogenannten „Erdstrahlen“, auch bekannt als „Wasserader“-Felder, befindet, von zentraler Bedeutung sein.

Die Aussagen auf der Internetseite basieren auf folgenden Quellen:
Michael Adams, Nikolai Bogduk, Kim Burton, Patricia Dolan: The Biomechanics of Back Pain
David A. Rubenstein, Wei Yin, Mary D. Frame: Biofluid Mechanics, an Introduction to Fluid Mechanics, Macrocirculation, and Microcirculation
Marcus J. Seibel, Simon P. Robins, John P. Bilezikian: Dynamics of Bone and Cartilage Metabolism, Principles and Clinical Applications